Eltern-Ratgeber

Aufbau einer Gitarre: alle Teile einfach erklärt

Von mymusicschool Redaktion · aktualisiert 16. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit

Kind betrachtet neugierig eine Konzertgitarre und entdeckt Korpus, Schallloch und Hals KI-generierte Abbildung

Kaum ein Instrument ist so beliebt wie die Gitarre – aber wie ist eine Gitarre eigentlich aufgebaut? Wer die Teile kennt, versteht schneller, wie der Ton entsteht, und kann sein Kind beim Einstieg besser begleiten. Dieser Ratgeber erklärt den Aufbau einer Gitarre Schritt für Schritt: vom Korpus über den Hals bis zu den Saiten, mit einer übersichtlichen Teile-Liste und Tipps, wie Sie das Ganze Kindern zeigen.

Der Aufbau einer Gitarre im Überblick

Eine Gitarre besteht aus drei großen Bereichen, die zusammen den Klang erzeugen: dem Korpus, dem Hals und dem Kopf. Über diese drei Teile sind die Saiten gespannt. Zupft man eine Saite an, gerät sie in Schwingung, der hohle Korpus verstärkt den Ton, und über das Schallloch tritt er nach außen. So einfach ist das Grundprinzip.

Damit Sie sich schnell orientieren, hier die wichtigsten Bestandteile der Gitarre mit ihrer Aufgabe im Überblick:

TeilWoAufgabe
Korpusunten, großer Klangkörperverstärkt den Ton
SchalllochMitte der Deckelässt den Klang heraus
Stegauf der Deckehält die Saiten unten
Halszwischen Korpus und Kopfträgt das Griffbrett
Griffbrett mit BündenVorderseite des Halseshier werden die Töne gegriffen
Sattelam Übergang zum Kopfführt die Saiten
Kopf mit Stimmwirbelnganz obenhier wird gestimmt
Saitenüber die ganze Längeerzeugen den Ton

Diese Teile finden Sie bei fast jeder Gitarre wieder – egal ob Konzert-, Western- oder E-Gitarre. Im Folgenden schauen wir uns die wichtigsten genauer an.

Die Hauptteile der Gitarre: Korpus, Hals und Kopf

Der grobe Aufbau der Gitarre lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Diese Einteilung hilft besonders Kindern, sich das Instrument zu merken.

Der Korpus ist der große, bauchige Teil unten. Der Hals ist der lange, schmale Teil, an dem gegriffen wird. Der Kopf ist das obere Ende, an dem die Gitarre gestimmt wird. Alles Weitere – Saiten, Bünde, Steg – gehört zu einem dieser drei Bereiche.

Wenn Sie mit Ihrem Kind gemeinsam auf eine Gitarre schauen, können Sie diese drei Teile nacheinander zeigen und benennen. So wird der Aufbau der Gitarre vom abstrakten Begriff zu etwas Greifbarem, und Ihr Kind merkt sich die Namen fast von allein. Erst danach lohnt sich der Blick auf die kleineren Bauteile, die wir uns jetzt genauer ansehen.

Der Korpus – der Klangkörper der Gitarre

Der Korpus ist das Herzstück. Er ist innen hohl und wirkt wie ein Verstärker: Die Schwingung der Saiten überträgt sich über den Steg auf die Decke, der hohle Körper verstärkt sie, und über das Schallloch tritt der Ton nach außen. Deshalb klingt eine akustische Gitarre auch ohne Strom.

Zum Korpus gehören mehrere Teile. Die Decke ist die Vorderseite mit dem Schallloch und trägt am meisten zum Klang bei. Boden und Zargen (die Seiten) bilden den geschlossenen Körper. Auf der Decke sitzt der Steg, an dem die Saiten unten befestigt sind. Je größer der Korpus, desto voller in der Regel der Klang – für Kinder gibt es ihn deshalb in kleineren Größen.

Hals, Griffbrett und Bünde der Gitarre

Am Hals wird die Musik gemacht. Auf seiner Vorderseite liegt das Griffbrett, das durch kleine Metallstäbchen, die Bünde, in Abschnitte geteilt ist. Drückt man eine Saite in einem Bund herunter, verkürzt sich ihre schwingende Länge und der Ton wird höher. So entstehen verschiedene Töne und Akkorde.

Die Breite und Länge des Halses entscheiden mit, wie leicht sich eine Gitarre greifen lässt. Bei Kindern ist ein schmalerer, kürzerer Hals angenehmer – die Finger erreichen die Saiten dann ohne Verrenkung. Welche Größe zu welchem Alter passt, lesen Sie ausführlich im Ratgeber zur passenden Gitarrengröße für Kinder.

Kopf und Stimmwirbel: hier wird die Gitarre gestimmt

Am oberen Ende sitzt der Kopf mit den Stimmwirbeln (auch Mechaniken genannt). An ihnen sind die Saiten befestigt. Dreht man an einem Wirbel, spannt oder lockert sich die Saite – und der Ton wird höher oder tiefer. Genau darüber wird die Gitarre gestimmt.

Zwischen Kopf und Hals liegt der Sattel, eine kleine gekerbte Leiste, die die Saiten in gleichmäßigem Abstand führt. Wie das Stimmen Schritt für Schritt funktioniert, zeigt unsere Anleitung zum Gitarre stimmen – inklusive Video.

Die Saiten der Gitarre und ihre Töne

Über den ganzen Aufbau der Gitarre sind sechs Saiten gespannt. In der Standardstimmung heißen sie von der dicksten zur dünnsten Saite E – A – D – G – H – e. Die dicken Saiten klingen tief, die dünnen hoch. Zusammen ergeben sie die Grundlage für fast alle Lieder für Einsteiger.

Bei einer Konzertgitarre bestehen die Saiten aus Nylon, bei einer Westerngitarre aus Stahl. Nylonsaiten sind weicher, lassen sich leichter herunterdrücken und tun den Fingerkuppen nicht weh. Für Kinder sind sie deshalb die bessere Wahl.

Wie entsteht der Klang einer Gitarre?

Der schönste Aufbau nützt nichts ohne Klang – und der entsteht durch ein einfaches Zusammenspiel der Teile. Zupft man eine Saite an, beginnt sie zu schwingen. Diese Schwingung überträgt sich über den Steg auf die Decke des Korpus. Die dünne Holzdecke schwingt mit und versetzt die Luft im hohlen Körper in Bewegung. Über das Schallloch tritt diese Schwingung als hörbarer Ton nach außen.

Wie hoch der Ton klingt, hängt davon ab, wie schnell die Saite schwingt. Eine dicke, locker gespannte Saite schwingt langsam und klingt tief. Eine dünne, stärker gespannte Saite schwingt schnell und klingt hoch. Greift man eine Saite zusätzlich in einem Bund, wird ihre schwingende Länge kürzer und der Ton steigt. So lassen sich mit nur sechs Saiten unzählige Töne und Akkorde spielen. Wer dieses Prinzip einmal verstanden hat, hört einer Gitarre ganz anders zu.

Die Mensur: das wichtigste Maß beim Aufbau einer Gitarre

Ein Begriff taucht beim Gitarrenkauf immer wieder auf: die Mensur. Sie ist die schwingende Länge der Saiten, gemessen vom Sattel am Kopf bis zum Steg auf dem Korpus. Die Mensur bestimmt, wie groß die Gitarre insgesamt wirkt und wie weit die Finger greifen müssen.

Je kürzer die Mensur, desto enger liegen die Bünde beieinander und desto leichter erreichen kleine Hände die Töne. Für Kinder ist die Mensur deshalb wichtiger als die reine Optik – sie ist der Schlüssel zur richtigen Größe.

Aus welchem Material besteht eine Gitarre?

Eine akustische Gitarre ist überwiegend aus Holz gebaut. Für die Decke werden oft Fichte oder Zeder verwendet, weil sie gut schwingen; Boden und Zargen bestehen häufig aus Mahagoni oder anderen Harthölzern. Das Griffbrett ist meist aus einem dunklen, robusten Holz.

Die Bünde und Stimmwirbel sind aus Metall, der Sattel und der Steg-Einsatz oft aus Kunststoff oder Knochen. Die Saiten schließlich sind aus Nylon oder Stahl. Erst das Zusammenspiel dieser Materialien ergibt den typischen Gitarrenklang.

Konzert-, Western- und E-Gitarre: Unterschiede im Aufbau

Der grundlegende Aufbau ist bei allen Gitarren gleich – Korpus, Hals und Kopf gibt es überall. Die Unterschiede liegen im Detail. Die Konzertgitarre hat Nylonsaiten und einen breiteren Hals und klingt weich. Die Westerngitarre hat Stahlsaiten und klingt lauter und brillanter. Die E-Gitarre hat einen massiven Korpus ohne großes Schallloch und braucht einen Verstärker, weil der Ton elektrisch abgenommen wird.

Für den Einstieg im Kindesalter ist die Konzertgitarre die erste Wahl. Ob Gitarre überhaupt das richtige Instrument ist oder ob es lieber die Trommel sein soll, klärt der Ratgeber Gitarre oder Trommel.

Den Aufbau der Gitarre Kindern erklären

Kinder merken sich den Aufbau der Gitarre am besten mit einem Bild oder einem Vergleich. Der Korpus ist der „Bauch”, der den Ton laut macht. Der Hals ist der „lange Arm”, an dem gegriffen wird. Der Kopf ist der „Kopf mit den Ohren”, an denen gedreht wird. Solche Bilder bleiben hängen.

Ein schöner erster Schritt: Lassen Sie Ihr Kind eine Saite anzupfen und dabei die Hand leicht auf den Korpus legen. Es spürt, wie das Holz mitschwingt – so wird aus dem Steckbrief der Gitarre ein Erlebnis. Genau diesen spielerischen Zugang nutzen wir in unseren Gitarrenkursen für Kinder an der Grundschule, eingebettet in die Abenteuergeschichte der Eulenbande. Wer noch keine eigene Gitarre hat, kann bei uns eine kindgerechte 1/2-Gitarre als Leihinstrument bekommen – sie passt für die gesamte Grundschulzeit.

Zubehör rund um die Gitarre

Zum reinen Aufbau einer Gitarre gehört nur das Instrument selbst – doch ein bisschen Zubehör erleichtert den Einstieg spürbar. Ein Stimmgerät oder eine Stimm-App sorgt dafür, dass die Gitarre richtig klingt. Ein Fußbänkchen oder eine kleine Stütze bringt das Instrument in eine bequeme Position. Eine gepolsterte Tasche schützt die Gitarre auf dem Schulweg, und ein Satz Ersatzsaiten hilft, falls doch einmal eine Saite reißt.

Für Kinder muss dafür keine teure Ausstattung her. Bei uns lässt sich passendes Zubehör direkt zur Leihgitarre dazubuchen, sodass Sie alles aus einer Hand haben. So bleibt der Fokus da, wo er hingehört: beim Spielen und Ausprobieren.

Quellen

Die Angaben zu Bauteilen, Material und Mensur folgen den allgemein anerkannten Grundlagen des Gitarrenbaus. Zur Vertiefung:

Angaben ohne Gewähr.

Fazit

Der Aufbau einer Gitarre ist schnell verstanden: Korpus, Hals und Kopf, dazu sechs Saiten und die passende Mensur. Wer die Teile der Gitarre kennt, versteht besser, wie der Ton entsteht – und kann sein Kind neugierig machen. Für den Einstieg im Grundschulalter ist eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten in kindgerechter Größe ideal. Wie Ihr Kind damit spielerisch Gitarre lernt, zeigen unsere Kurse für Kinder.

Häufige Fragen

Wie heißen die einzelnen Teile einer Gitarre?

Die drei Hauptteile sind Korpus (Klangkörper), Hals (mit Griffbrett und Bünden) und Kopf (mit den Stimmwirbeln). Dazu kommen Saiten, Steg, Sattel und das Schallloch.

Wie viele Saiten hat eine Gitarre?

Eine normale Gitarre hat sechs Saiten. In der Standardstimmung heißen sie von dick nach dünn E – A – D – G – H – e.

Was ist die Mensur bei einer Gitarre?

Die Mensur ist die schwingende Länge der Saiten vom Sattel bis zum Steg. Sie bestimmt, wie groß die Gitarre wirkt und wie weit die Finger greifen müssen – für Kinder ist eine kurze Mensur leichter.

Aus welchem Material besteht eine Gitarre?

Der Korpus einer akustischen Gitarre ist meist aus Holz wie Fichte, Zeder oder Mahagoni. Die Saiten sind bei Konzertgitarren aus Nylon, bei Westerngitarren aus Stahl.

Was ist der Unterschied zwischen Konzert- und Westerngitarre?

Die Konzertgitarre hat weiche Nylonsaiten und einen breiteren Hals, die Westerngitarre stählerne Saiten und einen kräftigeren Klang. Für Kinder eignet sich die Konzertgitarre mit Nylonsaiten besser.

Wofür ist das Schallloch da?

Das Schallloch in der Decke lässt den Klang aus dem Korpus nach außen. Es macht den Ton der akustischen Gitarre lauter und voller.

Welche Gitarre eignet sich für Kinder im Grundschulalter?

Eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten in kindgerechter Größe. Unsere Leihgitarre hat die 1/2-Größe, die für die gesamte Grundschulzeit von der 1. bis 6. Klasse passt.

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